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ZURUECK

Traumwelt

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SYNOPSIS: Ich lebe ein langweiliges Leben in der wirklichen Welt, auf einer Insel. Der Chef nervt. Ich gehe in den Traum und finde dort Flügel (Sie gehören dem Chef, ich muss ihn besiegen). Ich nehme die Flügel mit zurück. Jede NAcht fliege ich zum Haus des Chefs und pisse an sein Fenster. "Was haben sie sich dabei gedacht, Fischer?" schnauzt Schmidt mich an. Als ich ihn fragend ansehe, knallt er eine sauber in grauen Karton gebundene Akte auf meinen Schreibtisch. Erschreckt flattern einige lose Papiere auf, und auch ich zucke auf meinem Drehstuhl zusammen. Um seinem eisigen Blick zu entgehen, bevor er sich durch meinen Schädel bohrt und ernsthafte Verletzungen verursacht, konzentriere ich mich auf die Akte. Wie ein Stein liegt sie da, wie ein Grabstein. Da, Fischer, hier haben sie ihn, nun suchen sie sich aus, wo sie ihn hinhaben wollen, und legen sich darunter. Schmidt wäre das bestimmt am liebsten, dann könnte er sich jemand anderen, jüngeren für meinen Job aussuchen, jemanden, der keine Fehler macht und nie etwas vergisst. "Erinnert Sie das an etwas, Fischer?" Ich schaue auf das Datum. Sieben Jahre her. Damals hat Schmidt noch gar nicht hier gearbeitet, da war mein Vorgesetzter noch Müller. Langsam erinnere ich mich, aber ich habe immer noch keine Ahnung, worüber sich Schmidt so aufregt. Ich erkläre ihm meinen Gedankengang, oder zumindest, ich versuche es. "Ja, was die finanziellen Daten anbelangt, ist es soweit in Ordnung. Aber Sie haben eine Herkunfts- und Benutzungsliste anzufertigen, in der jedes einzelne Dokument dieser Akte beachtet wird! Haben Sie das verstanden, Fischer?" Ich nicke geflissentlich und mache mich an die Arbeit. Das heisst, an die Arbeit, in der ich unterbrochen wurde. Die Akte sieht nach Überstunden aus. Ich wanderte zwischen Häusern entlang, hohen Mietshäusern, fünfstöckig. Ich wohnte hier, Nummer 155, ich schaute nach oben, zum 4. Stock, aber mein Fenster war dunkel. Eigentlich war es nicht anders zu erwarten, denn schliesslich schlief ich ja. Aber etwas seltsam erschien es mir schon, dass im ganzen Haus, und nicht nur in diesem, in der gesamten Strasse, nirgends Licht brannte. Nicht einmal in den oberen Stockwerken, wo die Studenten wohnten. Nachdenklich sah ich mich um. Das Licht der Strassenlampen fiel auf das kahle Pflaster und blieb dort leblos liegen. Gestaltlos, von undefinierbarer, bäunlicher Farbe drückte der Himmel auf die nächtliche Stadt herunter, fast schien es, als läge er auf den Sätteln der Dächer. Während ich so herumstand, drang plötzlich das zielstrebige Klackern gestöckelter Schuhe an meine Ohren. Hier in der Stille sind war es ein grosses Geräusch, das die ganze Strasse von einer Wand zur anderen ausfüllte. Ich hatte keine Ahnung, von wo es kam, und noch weniger, wohin es ging, aber weil ich nichts besseres zu tun hatte, entschloss ich mich, zur Kreuzung zu gehen. In der anderen Richtung erwartete mich schliesslich nur das Ende der Sackgasse. Verlassen und nutzlos schaltete eine Ampel von Rot auf Grün und wieder zurück, als ich die Kreuzung erreichte. Ich blickte nach links und rechts, aber ich konnte niemanden erkennen. Das Klacken wurde leiser, und schliesslich hielt es gänzlich inne. Auch ich hielt die Luft an, instinktiv, um nichts zu verpassen, und lauschte in die Dunkelheit zwischen den trüben Lichtkegeln. Irgendwo rollte ein Auto, das Geräusch ganz anders als am Tage. Eine Tür fiel ins Schloss. Das konnte ich hören, es kam von links. Doch als ich mich umdrehe, stelle ich zu meiner Überraschung fest, das mir jemand den Weg versperrte. Zugegeben, es ist wohl ein wenig übertrieben, zu sagen, er versperrte mir den Weg, aber er stand so, dass ich beinahe mit ihm zusammengestossen wäre, und er machte keine Anstalten, sich irgendwie zu bewegen. Er war nicht einmal zusammengezuckt, als ich nur knapp vor ihm abbremste. Ich murmelte eine Entschuldigung und wollte schon an ihm vorbeigehen, als