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ZURUECK

Jakksens Erben - Teil 8

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Leergefegte, bruetendheisse Strassen, nicht einmal der Monolith wirft einen Schatten. Den Menschen laeuft der Schweiss in Baechen am Koerper hinab, kein Wunder, Warlterr gibt kein schlechtes Tempo an, er will die Sache hinter sich bringen, schaetze ich. Das ist mehr Verantwortung, als ihm lieb ist, er versteht nicht, was jetzt vor sich geht, er will mich bei seinen Herren abliefern und nichts mehr damit zu tun haben, bevor etwas schiefgeht. So hatte ich ihn eingeschaetzt. Er wird es auch bald hinter sich gebracht haben, nicht ganz so, wie er es sich erhofft, natuerlich.

Wir sind vor einer kleinen Tuer angekommen, versteckt in einer winzigen Seitengasse, schmutzig, dunkel. Waehrend Warlterr in ein blechernes Rohr an der Seite spricht, einen Gefangenen ankuendigt, stehen die Renegaten und schnaufen. Jemand oeffnet die Tuer. Es geht hinab, neonbeleuchtete Konkritstufen, und dazu brauche ich meine Gedanken nicht bei mir zu halten. Ein Fuss vor den anderen. Zeit, aufs Leben zurueckzublicken.

Ich waere lieber an der Sonne gestorben, ohne meine Skorpione. Es ist nicht ihr Krieg, fuer den sie ihr Leben lassen werden. Aber dennoch lassen es sie nicht ohne Sinn, sie werden anderes Leben mit sich reissen, boesartiges Leben - ein wenig so, wie damals die Menschen: Sie versuchten, zu sterben, versuchten, in ihrem Tod noch etwas zu bedeuten. Die Macht, Leben zu nehmen, war das letzte, was ihnen geblieben war. Bin ich auch dahin verkommen? Das alles, was ich noch tun wollte, das Toeten war? Nein, ich rette Leben. Ohne den Koordinator von Osthanx wird sich die Zitadelle reorganisieren muessen, Zeit brauchen. Zeit, in der Zeran begreifen kanne, was es heisst, zu leben. Was es heisst, Kinder zu haben, vielleicht Enkelkinder. Eigentlich verdient der alte Narr das ueberhaupt nicht.

Und dieser verlorene Narr, der zu seinem Tod entgegensteigt im Nessusgewand, verdient er es? Den Tod? Ich muss nicht lange darueber nachdenken: Ja, ich verdiene es, ich verdiene den Tod, ich habe gemeuchelt fuer Brot, fuer Menschenwerk und Wein, unzaehlige Male, und nicht einmal mit meinen eigenen Haenden, sondern mit unschuldigen Kreaturen, deren einzige Fehler ihr giftiger Stachel ist. Ja, ich verdiene es, zu sterben, genau, wie jeder andere hier unten den Tod verdient. Gerechtigkeit ueber uns alle.



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