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ZURUECK

Mit dem Sturm - Teil 7

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Lange Zeit klomm die Vorstellung an Blessk, sein axtschwingender Verfolger lauere gerade ausserhalb seiner Sichtweite, bereit, die knoecherne Klinge in seinen Koerper zu treiben, sobald er sich regen wuerde. Doch schliesslich fand er den Mut, aufzustehen. Nichts geschah, der Bann war gebrochen. Seine geschaerften Sinne kehrten zurueck, die ueberlegene Orientierungsgabe des Jaegers. Der Wind war von rechtsvorn gekommen, als er davonlief, der Turm lag im Suedwesten, also musste er sich gegen den Wind halten. Gegen den Sturm. Besser, einen Bogen zu schlagen, um nicht doch noch mit dem umherirrenden Khall zusammenzustossen. Besser einen grossen Bogen.

Obwohl waehrend seiner Flucht die Zeit wie eingefroren gewesen war, begann er nun, zu schaetzen, wie weit er gekommen war. Ein halber Speerwurf, vielleicht. Er wandte sich in den Sturm und begann zu gehen, gegen die Elemente, gegen seine Erschoepfung.

Es begann zu dunkeln, als er vor sich einen eckigen Schatten im Schneetreiben ausmachte, den er zunaechst fuer einen Felsen hielt. Es konnte nicht mehr weit sein. Er tastete nach seiner Armbrust. Sie hing, geschuetzt in einer selbstgefertigten Lederhuelle, vor seiner Brust. So konnten die Ikarim sehen, das er seine Waffen nicht verborgen hielt, sondern offen trug. Ausserdem plante Blessk, die Haende ueber den Kopf zu heben, Handflaechen offen, um zu zeigen, dass sie leer waren. Er sprach ein wenig Ikaria, genug, um zu sagen, dass er in Frieden kam, dass er das Blut hasste, dass er ihnen helfen wollte, sich zu verteidigen. Dass er sie bewunderte, die Taenzer des Himmels.

Eine Wand! Eine Wand aus grobbehauenden Steinen, aufeinandergeschichtet mit Kies in den Ritzen. Schneewehen tuermten sich daran empor, lehnten gegen eine einfache Tuer. Etwas weiter schien noch ein Gebaeude zu stehen, hoeher, ein Turm wohl, der in die niedrigen, sturmgetriebenen Wolken ragte. Blessk laechelte gluecklich, mit der Erleichterung durchrauschte ihn eine Welle von Schwaeche. Sanfte Waerme schien ihn zu umgeben.

Er ballte die Haende zusammen, klammerte sich an das unbarmherzige Eis, den gnadenlosen Wind, das Heulen und Brausen um ihn herum. Noch war er nicht am Ziel.



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