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ZURUECK

Mit dem Sturm - Teil 1

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Draussen heulte der Sturm. Ein kleines Feuer schleuderte eckige Schatten in alle Richtungen. Drei scharfgeschnittene Gesichter starrten in die Flammen, unbeweglich, aber schattenumtanzt. Tiefer in den Schatten hockten ihre Koerper, kantig von Knochen, mit den federlosen Schwingen fest um den Koerper gewickelt. Einer der drei bewegte etwas in seinen langfingrigen Haenden, er schnitzte etwas aus einem Hueftknochen. Es schien weder Tier noch Erbe zu sein, die Form war geanzlich abstrakt, aus geschwungene Linien, die aprupt in gezackte Ecken uebergingen. Auf einem Sims, der kurz unter der Decke entlanhlief, standen weitere dieser Objekte, nahmen mit jedem Zucken der Flamme eine andere Gestalt an, wie ein Ring geisterhafter Taenzer.

Dadanil brach das Schweigen, das nun schon ueber eine Stunde gewaert hatte. "Ceirum, du bist der beste Elementarist. Wenn du die Winde um dich herum abschwaechst, kannst du nachsehen, ob schon welche in der Naehe sind," knurrte er ungeduldig.
Der angesprochene hielt in seinem Schnitzwerk inne, fixierte den juengeren Ikara und zischte zurueck: "Hah! Und was waere der Nutzen? In all diesem Schnee gibt es auch so nichts zu sehen. Als ob ich lange genug den Sturm zuegeln koennte, um weiter als einen Speerwurf zu kommen."
"Ein Speerwurf waere genug, Feigling."
Darauf liess Ceirum nur ein veraechtliches Schnauben vernehmen.
"Du koenntest mehrmals in verschiedene Richtungen starten, zurueckkommen, dich hier ausruhen," hakte Dadanil nach, scharfe Furchen in seiner Stirn.
"Narr! Glaubst du, mit dem Wind kann man spielen wie mit einem jungen Baeren? Das wuerde heissen, seinen Zorn heraufzubeschwoeren, und zuzusehen, wie dieser Turm hier von seiner Hand in den Abgrung gestossen wird? Ist es dass, was du willst?"
"Deine Herz flattert wie ein sterbendes Moevenkueken, das ist der Grund."
"Dadanil, deine Linie war schon immer bekannt fuer Leichtsinn und Unbedachtheit. Ich koennte hierbei zum Besten geben, wie dein Elter-"
"Schweigt, alle beide! Euer naerrisches Gezanke ist mir unertraeglich," fauchte der Dritte dazwischen. Das Netz von Narben, dass seinen alten Koerper bedeckte, schien vor Zorn roetlich zu pulsieren, als er mit seinem Kurzschwert zwischen ihnen durch die Luft fuhr.
"Wir warten," fuhr er fort, seine Stimme nach dem kurzen Ausbruch wieder muede und fatalistisch. "In diesem Sturm findet ohnehin kein Pfeil sein Ziel. Wir warten hier, und wenn sie kommen, hat jeder genug Zeit fuer einen Schuss. Und dann muessen die Schwerter richten. Moege es nicht dazu kommen."
Der alte Ikara lehnte sich wieder zurueck, und seine Gedanken schweiften wohl zu den unzaehligen Schlachten, die er ihm Dienste der Dorn ueberstanden hatte.
Eine Weile, vielleicht auf einen Stunde, drei Stunden spaeter, begann Ceirum von neuem: "Woher wissen wir ueberhaupt, dass sie kommen?"
"Sie kommen immer mit dem Sturm, wenn wir nicht fliegen koennen," stoehnte Dadanil veraergert, und klatschte mit der flachen Hand gegen seine Stirn.
"Jaaa, ich weiss. Aber warum sollten sie jedesmal kommen? Warum uns nicht verunsichern?" "Es sind Aquides," beendete Sikhan, der Veteran, die Konversation. "Sie denken nicht soweit."



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