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ZURUECK

Flieger, gruess mir die Sonne - Teil 1

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Mühsam suchte der Wanderer seinen Weg zwischen zersplitterten Felsen. Vor jedem Schritt stocherte er mit seiner Kr¨cke am Boden, bis er sicheren Halt gefunden hatte, und humpelte dann ein Stück weiter, seinen langen Schatten hinter sich herschleppend wie eine eiserne Kette. Die Stadt, auf dem Bergkamm, war bereits nah, es fehlten nur noch wenige hundert Meter, und doch würdige er ihr keines Blickes. Seine Augen waren an den trügerischen Boden geheftet, denn er brauchte nicht nach oben zu sehen: In seinem Geiste sah er sie, klar und scharf umrissen, und das war genug.

Die Sterne nagelten schon die Nacht an den Himmel, als er endlich die Mauern aus rissigem, mit Lehm ausgebessertem Konkrit erreichte. Nun erst streckte er seinen schmerzenden Rücken und wandte sich um. Hinter ihm lag ein langer, zerklüfteter Hang, eine ausgetrocknete, steinübersähte Ebene, und am Horizont das hungrige Glühen des Ewigen Feuers. Er hüllte sich enger in seinen zerfledderten Umhang, denn die Luft war dünn und kalt hier oben. Dann humpelte er weiter.

Zwei Maden, die nahe des Tores an einer bröckelnden Wand lehnten, nickten sich zu, und verschmolzen mit den Schatten wie Tropfen schwarzen Öls, lange Messer in den Händen. Zunächst kam der Wanderer näher. Doch dann, einige Schritte vor ihnen, hielt er inne, als lausche er einer vergessen geglaubten Erinnerung. Ohne Vorwarnung liess er die Kr¨cke fallen, und riss mit einer schlangengleichen, fliessenden Bewegung eine Shottgann unter seinem Mantel hervor. Er brachte sie in Position, feuerte. Der krachende Schuss donnerte durch die dunklen Gassen, im gleichen Moment, in dem seine Krücke in den groben Sand klatschte. Bevor das Echo verhallt war, rutschte einer der Maden an der Wand zu Boden, eine blutige Spur hinterlassend. Die fliehenden Schritte des anderen brauchten länger, aber schliesslich verstummten auch sie. Und als wieder Stille in den nächtlichen Strassen von Osthanx eingekehrt war, steckte der Wanderer vorsichtig seine Waffe zurück, befestigte sie mit zwei Schnallen, und beugte sich dann umständlich vor, seine Krücke aufzuheben, bevor er schliesslich zur Leiche des Mada hinüberhinkte, um sie nach etwas brauchbarem zu durchsuchen.

Canyube liess ihren Blick über die anderen Tavernengäste schweifen.




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